Die ATK-SV – moderner denn je

Praxisorientierte SV mit Nervendrucktechniken ATKIn letzter Zeit lassen sich zunehmend insbesondere auf Lehrgängen, in Foren und in Fachzeitschriften Tendenzen erkennen, dass das Angehen der Vitalpunkte des menschlichen Körpers in der Selbstverteidigung (SV) besondere Bedeutung bekommt.

Das gilt für traditionelle Systeme wie z.B. dem Jiu-Jitsu, insbesondere aber für das wiederentdeckte Kyusho-Jitsu, das derzeit als Kampfkunstinnovation angesehen wird und in aller Munde ist. So werden im Kyūsho-Jitsu durch Stimulation von empfindlichen Körperstellen die energetischen und neurologischen Abläufe im menschlichen Körper so beeinflusst, dass seine Funktionsfähigkeit empfindlich gestört wird. Auftreten können u.a. Schmerz, Gleichgewichtsstörungen und Kraftverlust bis hin zum Verlust des Bewusstseins. Besonderer Inhalt des Systems ist die Kenntnis um die Stärken und Schwächen des menschlichen Körpers.

Orientiert man sich an dieser Systembeschreibung, fallen einem unmittelbar Parallelen zu der Anti-Terrorkampf-Selbstverteidigung (ATK-SV) auf. Auch die ATK-SV ist ein System, in dem gezielt Nervendruckpunkte und empfindliche Körperstellen angegangen werden. Die einzelnen Techniken bewirken sofortige Bewegungsunfähigkeit des Gegners, ohne ihn jedoch ernsthaft zu verletzen. Dieses Konzept ermöglicht es, jeden Griff in jeder Lage zu dosieren. Zu den technischen Besonderheiten des ATK-Systems gehören die Methoden des Nervendrucks und des Reißens sowie der Gebrauch der Handkralle als “natürlicher Waffe”.

Kyoshu im ATKAuch wenn sich Technikansätze und Zielrichtung beider Systeme schlecht vergleichen lassen, so steht doch mit der von Horst Weiland entwickelten ATK-SV eine seit nunmehr fast 50 Jahren erprobte und etablierte Selbstverteidigung zur Verfügung, deren Grundprinzip es seit jeher ist, die Schwachstellen des menschlichen Körpers auszunutzen. Im Gegensatz zum Kyusho-Jitsu handelt es sich bei der ATK-SV um ein komplettes SV-System, das z.B. auch den Einsatz von Waffen zur Selbstverteidigung zum Inhalt hat. Denn nur wer auch mit einer Waffe umgehen kann, hat im Ernstfall eine Chance, sich gegen sie zu verteidigen. Darüber hinaus sind fundierte Anatomiekenntnisse wesentlicher Inhalt des theoretischen Teils jeder höheren ATK-Gürtelprüfung. Die ATK-SV geht als System also weit über den Kyusho Ansatz hinaus bzw. bettet ihn in eine realistische und effektive Selbstverteidigung ein.

Der visionäre Ansatz der ATK-SV zeigt sich in vollem Umfang eigentlich erst heute und ist daher moderner denn je. Man kann letztlich nicht oft genug betonen, dass Horst Weiland seiner Zeit weit voraus war. Jetzt gilt es, sein Erbe anzunehmen und fortzuführen. Der jetzige Trend bietet die einmalige Chance, die ATK-SV durch Betonung der urtypischen Systemmerkmale populärer zu machen und noch mehr in den Focus zu rücken.

Kai M. Jacobi